Wittlicher Säubrenner

Wie der Name schon sagt, ist Mittelpunkt dieser Strecke die Säubrenner-Stadt Wittlich. Sie verdankt ihren Namen Schweinen, die der Sage nach Rüben gefressen haben, mit denen die Stadttore verschlossen worden waren. Die Stadttore konnte daraufhin vom Feind geöffnet und die Stadt überfallen werden.

Um die Schweine zu bestrafen, haben die Wittlicher sie am Spieß geröstet. Dieses Ereignis ist auch heute noch bei der jährlichen „Säubrennerkirmes“, die am dritten Wochenende im August eines jeden Jahres in Wittlich gefeiert wird, zu erleben. Dann werden ganz Schweine am Spieß gebraten.

Unsere Tour startet am historischen Marktplatz in Wittlich, wo ein gut erhaltenes und sehr schönes Rathaus steht. Von dort gelangen wir nach wenigen Metern zum Rommelsbachparkplatz. Er liegt direkt an der Lieser und damit an der Strecke unserer Erlebnisschleife.

In südlicher Richtung begleitet die Lieser den Wanderweg durch die Stadt zur römischen Villa, einem der ehemals größten römischen Gutshöfe nördlich der Alpen. Am Hotel Lindenhof vorbei gehen wir in den Mundwald hinein. Die Wanderstrecke verläuft nun einige Kilometer durch lichten Mischwald, bevor sie an die Verbindungsstraße Wittlich – Salmtal trifft. Wir überqueren diese und gelangen zum Burgberg. Am Burgberg führt der Weg in einer mittleren Höhe entlang um den Berg. Dabei haben wir schöne Ausblicke auf die Wallfahrtskirche Klausen und die Gemeinde Salmtal. Hat man den Burgberg umrundet und man verlässt den Wald, eröffnet sich dem Wanderer ein herrlicher Panoramablick über das ehemalige Freie Reichsdorf Dreis. An einem Weinberg liegt die wunderschöne Barockkirche, direkt neben dem Dreiser Schloss. Beide sind einen Abstecher wert. Nach der Überquerung der Salmbrücke, in deren unmittelbarer Nähe sich die Dreiser Mineralquelle befindet, steigen wir einen kleinen Pfad hoch und erreichen das Waldhotel Sonnora. Hier beköstigt der Sternekoch Helmut Thieltges sowohl einheimische als auch prominente Gourmets aus aller Welt. Das Mineralwasser heißt hier Drees, daher auch der Name Dreis.

Unsere Erlebnisschleife verläuft nun gleichzeitig mit den Gebietswanderwegen „Quellenwanderweg“ und „Mühlenwanderweg“ an einem Hang entlang, wobei wir unten im Tal die Salm sehen. Vor der Ortschaft Bruch stoßen wir auf den Eifelsteig.

Wir folgen diesem bis nach Bruch und gelangen zunächst zur imposanten Wasserburg, die eine herrliche Kulisse im Salmtal bietet. Hier kann man auch übernachten. Mit ihrem Angebot „Bed and Breakfast“ lädt die Schlossherrin, Frau Dr. Ingrid Förschner, dazu ein.

Sehenswert ist in Bruch auch die ehemalige restaurierte Ölmühle, direkt an der Strecke gelegen. Etwas abseits hat die Gemeinde einen Krugbackofen, in dem früher Tonkrüge gebacken wurden, restauriert.

Wenn Sie die leichte Steigung, die jetzt folgt, geschafft haben, genießen Sie noch einmal den wunderschönen Panoramablick auf Bruch und das Tal der Salm.

Wir wandern jetzt der Salm entlang. Sie ist unsere Begleiterin bis nach Landscheid. Idylle pur prägt diesen Streckenabschnitt. In Landscheid gab es früher sehr viele mobile Händler, die  mit von Pferden gezogenen Wagen in die Welt hinaus fuhren, um ihre Waren zu verkaufen. Ein original erhaltener Händlerwagen ist heute noch in Landscheid zu sehen.

Wir gehen am Ort vorbei oder benutzen einen alternativ ausgeschilderten Weg durch die Ortslage, wo ein schönes Cafe zur Rast einlädt. Unser Weg unterquert nun die Autobahn und wir gelangen wieder ins Salmtal, in dem sich mehrere Mühlen, die sehr gut erhalten und heute noch bewohnt sind, befinden.

Es empfiehlt sich, die 41,2 km lange Strecke in 2 Etappen zu wandern. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Landscheid und seinen Ortsteilen sowie im Hotel Viktoria, das zur Zeit jedoch umfassend renoviert wird und daher geschlossen ist.

Eine weitere Alternative, die Erlebnisschleife an 2 verschiedenen Tagen zu erwandern, ist die Nutzung des Verbindungsweges, der ab Dreis Richtung Bergweiler führt. Er trifft in Hupperath wieder auf die Rundstrecke und teilt so diese Erlebnisschleife.

Beim Hotel Viktoria verlassen wir wieder den Eifelsteig und gehen durch ein Bachtal nach Hupperath. Der weitere Weg führt uns wieder in Richtung Wittlich. Wir stoßen auf den Parkplatz des Trimmpfades und gelangen von hier wieder zum Weinberg der Stadt Wittlich, dem Portnersberg. Der Streckenabschnitt vom Hotel Viktoria bis zum Anschluss an den Lieserpfad ist identisch mit der südlichen Strecke der Erlebnisschleife „Mühlen an Lieser und Salm“.

Genießen Sie auch hier wieder den imposanten Blick über Wittlich und das Liesertal.

Unsere Strecke bindet hier nach einem Abstieg wieder an den Lieserpfad an, den wir in Richtung Stadtmitte Wittlich wählen. So gelangen wir zurück zu unserem Startpunkt.

Sie sind nun 41,2 km gewandert, davon 14,2 km auf dem Eifelsteig und haben einen Höhenunterschied von 801 m überwunden. Insgesamt sind für diese Strecke à 4 – 5 Stunden einzuplanen.

Der Wegepate:


Wegepate für die Erlebnisschleife „Wittlicher Säubrenner“ ist Lothar Billen aus Bruch. Er ist Bezirkswegewart im Eifelverein, zusätzlich Bestandserfasser für die Zertifizierung von Prädikatswanderwegen und Wanderführer im Wittlicher Land. Lothar Billen engagiert sich seit vielen Jahren sehr aktiv im Bereich Wandern. Er ist auch Mitglied im Vorstand der Ortsgruppe des Eifelvereines Wittlich-Land.

Finanzierung:

Die Realisierung der Erlebnisschleifen wurde durch eine Förderung des Landes Rheinland-Pfalz, vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau ermöglicht.

Kurzportrait:

  • Länge: 41,5 km
  • Wanderzeit: 9,5 Stunden
  • Aufstieg: 801 m
  • Abstieg: 801 m
  • Schwierigkeit: mittel